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Literaturarbeit an der Ernst-Wiechert-Hauptschule Espelkamp

von Dorothea Hasse

Gerade liegt wieder ein großer Erfolg hinter uns: die Klasse 9b der Ernst-Wiechert-Hauptschule Espelkamp hat beim 3. Literaturwettbewerb, der vom Regierungspräsidium Detmold für ganz Ostwestfalen-Lippe zu dem Thema „Anders sein“ ausgeschrieben worden war, in der Jahrgangsstufe 9/10 im Bereich Lyrik den 2. Platz gewonnen! Das bedeutete, dass die Schüler und Schülerinnen zusammen mit ihrer Klassen- und Deutschlehrerin Dorothea Hasse bei der Preisverleihung in Detmold am 23.02.2009 eine Urkunde, eine Rose, das Buch, in dem alle preisgekrönten Beiträge veröffentlicht sind, und das Preisgeld in Höhe von 300,00 € entgegennehmen konnten! Mit Recht sind die Schüler und Schülerinnen stolz auf ihre Leistungen, sie hatten gemeinschaftlich ein Gedicht erarbeitet: „Anders sein?“ – Fragen von A biz Z.

In der Tat hatte dieses schwere Thema zunächst viele Fragen aufgeworfen, die bei fünf verschiedenen Nationalitäten in der Klasse nahe lagen: Umgang mit Ausländern, Kontakt mit Andersgläubigen, Berührung verschiedenster Kulturen, Unterschiede in Hautfarbe, Aussehen, Charakter und Begabung und Arbeit und Spiel mit Behinderten u.a.. Die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit diesen Fragen und natürlich möglichen Antworten haben sowohl in den Kleingruppen als auch im Plenum immer wieder für Diskussionen gesorgt. Schnell wurde klar, dass eine Klärung überhaupt nicht einfach schien. Nachdem auch schon der Titel A N D E R S    S E I N in seine Buchstabenbestandteile zerlegt war und die Fragen auf diese Weise gebündelt wurden, kam schließlich die Idee auf, beim Fragen und – ganz nah beim Titel zu bleiben; so war der nächste Schritt klar: es wurden wieder in Kleingruppen zu den Buchstaben des Alphabets Adjektive bzw. entsprechende Begleitwörter gesucht, die zusammen mit „Anders sein“ einen Sinn ergaben, bei der Qual der Auswahl für das „beste“ Wort wurde dann auch wieder das Plenum befragt. So entstanden der Reihe nach die Fragen „Auffallend anders sein? Bestimmt anders sein? Charakterlich anders sein?“ usw.. „X-mal anders sein?“ erschien schon als Notlösung, aber y forderte dann heraus, einen unkonventionellen Schluss zu finden: „Yes! Ja! Da! Evet! Tak!“ in den unterschiedlichen Sprachen der in der Klasse vertretenen Nationalitäten war dann die Antwort auf die Frage „Anders sein?“ – Ziehst du mit? Anders sein!“

„Der Weg ist das Ziel...“, „dabei sein ist alles...“ – das sind die Vorgaben, die sich die Deutschlehrerin Dorothea Hasse steckt und auch den Schülern und Schülerinnen nahe bringt. Der unerwartet errungene Siegerplatz hat deshalb eine besondere Bedeutung, weil alle eingesandten Beiträge (etwa 700 im Bereich Lyrik und Prosa, jeweils aufgeteilt in die Jahrgangsstufen 5/6, 7/8, 9/10, 11-13 aller Schulformen) der hochkarätig besetzten Jury anonymisiert vorgelegt werden und dadurch die Tatsache, dass die 9b eine Hauptschulklasse ist, völlig in den Hintergrund tritt.

Dorothea Hasse hat bereits beim 1. Literaturwettbewerb OWL 2005 zum Thema „Begegnungen“ mit einer 10a-Klasse teilgenommen, die Schüler und Schülerinnen haben damals das Gedicht „Vergnügungen“ von Bertolt Brecht als Grundlage genommen und dazu Parallelgedichte zum Thema „Begegnungen“ erstellt. Dafür gab es in Detmold eine besondere Anerkennung. Auch beim 2. Literaturwettbewerb OWL 2006 zum Thema „Klasse“ war Frau Hasse dabei und zwar mit der Klasse 6b (die heute die 9b ist!), die Schülerinnen und Schüler haben bei der Gelegenheit ihren aktuellen Stundenplan als Vorlage genommen und zu jeder Stunde und zu jedem Fach – auch inhaltlich und sprachlich passend – einen Vierzeiler gedichtet und damit in ihrer Jahrgangsstufe 5/6 im Bereich Lyrik den 1. Platz belegt. Diese Klasse hat sich auch in den Projektwochen der letzten Jahre produktiv und sehr erfolgreich mit Sprachen befasst: „Lesezeit – Reisezeit“ war ein gelungenes Projekt, zu dem sowohl das Lesen als auch das Reisen gehörte, und „Wir schreiben Gruselgeschichten“ hat besonders die Jungen angesprochen, bei der abschließenden Präsentation konnten wahrhaftig gruselige Geschichten von den Autoren selbst vorgetragen werden!

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