Ernst Wiechert appellierte 1933 und 1935 an die
Studenten im Münchner
Auditorium Maximum, sich kritisches Denken
gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie
zu bewahren. Dies wurde als Aufruf zum inneren Widerstand gewertet. Die Niederschrift der Rede
kursierte illegal in Deutschland und erreichte Moskau 1937 in einem
Brot eingebacken. Hier wurde sie in der einflussreichen Exilzeitschrift Das
Wort veröffentlicht.
Wiechert lehnte die Teilnahme an der
Volksabstimmung über die Angliederung Österreichs öffentlich ab. Später
verfasste Wiechert einen offenen Brief für die Freilassung Martin Niemöllers und kündigte an, statt des NS-Winterhilfswerkes Niemöllers Familie zu
unterstützen, woraufhin er 1938 ins KZ Buchenwald
verschleppt wurde. Er überlebte hier vier Monate, den Bericht über die Tage des
Schreckens schrieb er 1939 nieder und vergrub das Manuskript im Garten. Nach
seiner Entlassung hatte ihm Joseph Goebbels
gedroht: Wir wissen, dass Ihr Einfluss auf die Jugend groß und gefährlich
ist. Sollten Sie noch ein einziges Wort gegen unseren Staat sprechen oder
schreiben, so werden Sie noch einmal ins KZ kommen, und zwar auf Lebenszeit und
mit dem Ziel Ihrer physischen Vernichtung. ("Der Totenwald",
S. 131 f.). Das Buch sollte erst 1945 erscheinen.
Ernst Wiechert starb am 24. August 1950 in Stäfa
im Alter von 63 Jahren.